Witz 2 von 14

 
 

Der hemmungslose Fortpflanzungseifer im deutschen Harmonie-Fernsehen pappt wie eine Tube Alleskleber. Den Urlurchen gleich streben die Weibchen in TV-Serie und TV-Movie ständig nach Vermehrung zur Vermeidung von Minderwertigkeitskomplexen, und auch die Männchen halten ihre Gene fälschlich für äußerst erhaltenswert. Wo man hinzappt: Eine ist immer schwanger. Den Rest besorgt dann Drombusch-Hebamme Witta Pohl. Oder die Sachsenklinik für Gemütsdefekte-Ost. Die fortschrittliche Singlefrau, die ein selbstgemachtes Baby zur Selbstfindung benötigt, bedient sich im Notfall eines Spermaspenders (Studentenjob mit eingebautem Erpressungspotential). In der kargen neudeutschen Familienmatratzenposse "Ein Mann für gewisse Sekunden" reicht aber das Sperma weder fürs Intelligenz-Erbe noch für den genetischen Romantiker-Charme. Einzig Hansa Czypionka bringt ein bißchen angeborene Erotik zustande - dieweil seine Gattin, Fotografin Und Zweikindermutter (Carin C. Tietze), einem abgetakelten Pop-Superstar (Matthias Reim) hinterherschmatzt, der den Sexappeal eines abgelatschten Dieter-Bohlen-Turnschuhs verbreitet. Im Ex-und-Hopp-Talkgeplätscher ist der ARD-Beckmann, gemessen am ewig infantilen ZDF-Kicherbold Kerner, immerhin ein halbwegs dezenter Mehrzweck-Konfirmand von humaner Gemütsart, der seine Gäste nicht pausenlos bejuxen und begackern will.

 
 
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