Witz 3 von 61

 
 

Nach Jahrhunderte langem Dienst an der Himmelspforte hat Petrus ein wenig zuviel Zug abgekriegt und sich einen Schnupfen auf gesackt. Um das Leiden möglichst schnell und effektiv auszu kurieren bittet Petrus seinen ranghöheren Kollegen Jesus, ihn doch für einige Zeit als Pförtner zu vertreten. Jesus, schon durch seine Lehre zur Hilfsbereitschaft verpflichtet, begibt sich ohne Murren zum Himmelstor und beginnt, mit dem nicht gerade unanstrengenden Dienst. Schon bald entdeckt er ein uraltes, verhunzeltes Männchen vor dem Himmelseingang, wie es da immer auf und ab geht und suchend die Neuzugänge mustert. Die ersten beide Tage lässt sich Jesus von dem sonderlichen Alten nicht beeindrucken. Doch dann beginnt ihn der Greis zu stören. Jesus tritt also vor die Himmelstür und spricht: "He, alter Mann, wohin soll dich dein Weg führen, wenn du hier tagein, tagaus vor dem Himmelstor herumlungerst? Entscheide dich. Entweder kommst du jetzt herein, oder du trollst dich." Mit zittriger Stimme antwortet der Alte: "Vergib mir meine Aufdringlichkeit, gnädiger Herr. Ich bin gekommen, um meinen Sohn zu suchen, habt ihr ihn nicht zufällig gesehen?" Um seine Frage zu konkretisieren, gibt der Alte Jesus gegenüber eine Personenbeschreibung seines Sohnes ab: "Seine besonderen Kennzeichen sind - ach ja, er hat in der linken Hand ein Loch und in der rechten Hand ein Loch und im linken Fuss hat er ein Loch und im rechten auch." Jesus schwinden die Sinne, Tränen verschleiern seinen Blick. Er umarmt den alten Mann und flüstert immer wieder: "Papa, Papa." Da umarmt ihn auch der Alte und ruft überglücklich: - "Pinoccio, Pinoccio..."

 
 
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